Reportagen, Essays, Hintergründe (Auswahl)

Leben und Sterben in Ciudad Juárez

Ciudad Juárez ist eine Stadt, die es nicht geben sollte. Zumindest nicht so, als Welthauptstadt des Verbrechens. 2008 gab es rund 1.000 Morde, 2009 waren es gut 2.000 und im vergangenen Jahr über 3.000. Und das in einer Stadt mit gerade 1,3 Millionen Einwohnern. Statistisch gesehen sind Bagdad oder Kabul im Vergleich dazu sichere Orte. Und nichts deutet darauf hin, dass es 2011 besser werden könnte. Wer geht da schon gerne hin?…

Land ohne Geld für Geld ohne Land

Porfirio Lobo muss bisweilen der Verzweiflung nahe sein. Es ist nicht leicht, Präsident eines Landes zu sein, das zu den ärmsten in Lateinamerika gehört und das derzeit die weltweit höchste Mordrate außerhalb von Kriegsgebieten vorweisen kann – jedes Jahr sterben mehr als 80 Menschen pro 100.000 Einwohner eines gewaltsamen Tods. Lobo ist Herr über eine kriminell unterwanderte Polizeitruppe…

Billiger als ein Suppenhuhn

Das Treffen war wenig spektakulär und doch sind seine Folgen ein paar Tage später weltweit durch die Presse gegangen: Am 28. Januar sind sich Maletide Fenelon und Laura Silsby im Armenviertel Mais Gaté zum ersten Mal begegnet. Das war genau zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Haiti. Maletide Fenelon ist Haitianerin, Mutter von vier Mädchen. Sie wohnt in dem Viertel am Rand von Port-au-Prince…

Kontrolle über den Hinterhof

Ende 2018 verkündete die Verwaltung des Panamá-Kanals stolz, dass nunmehr 5.000 Frachter und Kreuzfahrtschiffe das neue Schleusensystem der wichtigsten künstlichen Wasserstraße der Welt passiert hätte. Es war einer jener Ozeanriesen der sogenannten Post-Panamax-Klasse, die bis zu 13.000 Container laden können. In die alten, seit 1914 benutzten Schleusen passt nur die nach deren Maßen benannte Panamax-Klasse…